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Zinkmangel – Zinküberschuss

Zinkmangel – Zinküberschuss

Organismen nehmen lebenswichtige Elemente aus ihrer Umwelt auf – direkt aus der Luft, dem Wasser, dem Boden und der Nahrung. Wenn die Bedürfnisse ihrer Zellen nach diesen Elementen gestillt sind, verlaufen Wachstum und Entwicklung optimal.
Wenn die Aufnahme zu gering ist, tritt ein Mangel ein und nachteilige Effekte können beobachtet werden. Andererseits kann die Aufnahme einer zu großen Menge eines Elements giftig wirken. Das ist bei allen Stoffen so, wie Paracelsus es bereits vor 500 Jahren bewusst gewesen ist. Zwischen beiden Extremen gibt es für jeden Organismus einen Konzentrationsbereich, innerhalb dessen sein Bedarf optimal gedeckt ist.
Menschen, Tiere und Pflanzen sind in der Lage, die optimale Zinkkonzentration in ihrem Organismus automatisch einzustellen. Man nennt diesen Effekt Homöostase. Beim Menschen heißt das, dass der Körper so lange Zink aufnimmt, bis die optimale Konzentration erreicht ist. Überflüssiges Zink wird ausgeschieden.

Zinkmangel – ein weltweites Problem

bedeutet, dass in allen drei Fällen Zinkmangelerscheinungen auftreten, wenn der Organismus nicht optimal mit Zink versorgt ist.
Auf der Erde gibt es Regionen, in denen der Erdboden sehr wenig Zink enthält. Hier werden die Auswirkungen von Zinkmangel sichtbar. Die in der Karte orange markierten Bereiche bezeichnen Gebiete, in denen Pflanzen durch zinkarme Böden an starkem Zinkmangel leiden. In grün markierten Gebieten weisen Pflanzen ebenfalls Zinkmangelerscheinungen auf, jedoch weniger ausgeprägt. Menschen, die auf zinkarme Pflanzen als Nahrung angewiesen sind, sind der Gefahr von Zinkmangelerkrankungen ausgesetzt.
Eine Studie von M. Sillanpää für die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ergab, dass Zink der Spurennährstoff ist, an dem es auf der Erde am häufigsten mangelt. Diese hohe Prävalenz von Böden mit Zinkmangel in großen landwirtschaftlichen Gebieten schränkt die landwirtschaftliche Produktivität erheblich ein durch:

  • Pflanzen sind anfälliger für Trockenheit, Hitzestress und pathogene Infektionen
  • Schaffung einer höheren Anfälligkeit für Chlorose und Nekrose auf den Blättern
  • Das Wachstum der Pflanzen bremsen

Das Auftragen von Zinkdünger auf den Boden und auf Pflanzenblätter bietet eine einfache und hochwirksame Lösung für Zinkmangelprobleme und erhöht die Lebensmittel- und Ernährungssicherheit erheblich.

Schätzungen zur weltweiten Verbreitung von Zinkmangel in Böden. Die Ergebnisse beruhen auf der Verfügbarkeit von Zink in den landesüblichen Lebensmitteln und dem Auftreten von Wachstumsstörungen.

Kopenhagener Konsens: Bekämpfung von Mangelernährung weiterhin größte, aber lösbare Aufgabe

Alle vier Jahre trifft sich eine Gruppe von Wirtschaftsexperten – unter ihnen einige der bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftler –, um sich mit den derzeit größten globalen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Unter der Fragestellung „Wie könnten 75 Millionen US-Dollar mit der bestmöglichen positiven Wirkung eingesetzt werden?“ ist es dabei ihr Ziel, Prioritäten für Lösungsstrategien zu erarbeiten. Empfehlung des Kopenhagener Konsens 2008 war, Menschen in Mangelgebieten mit den Spurenelementen Vitamin A und Zink zu versorgen – eine Einschätzung, die laut den Experten nach wie vor gilt.
Sinnvoll – auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten – sind dabei Aktionen, die Hunger und Mangelernährung mithilfe einer Kombination von Spurenelementen lindern. Diesem Vorschlag liegt die Idee zugrunde, dass Kinder dadurch nicht nur körperlich gesünder sind, sondern auch bessere Chancen auf eine erfolgreiche Schulbildung und Berufstätigkeit haben, weil sich ihre kognitive Leistungsfähigkeit gut entwickeln kann.

„Zinc Saves Kids“: Spendenaktion zur Unterstützung der UNICEF

Jedes Jahr ist das Leben von 450.000 Kindern bedroht, bei denen Durchfallerkrankungen, Lungenentzündung und Malaria infolge von Zinkmangel tödlich enden können. Einige zusätzliche mg Zink pro Tag können hier sehr viel bewirken. Mit zinkhaltiger Nahrungsergänzung kann rasch und einfach sowie effektiv und kostengünstig geholfen werden.

UNICEF und die International Zinc Association (IZA) gaben am 27. Januar 2010 in Davos (Schweiz) die Gründung der „Zinc Saves Kids“-Initiative bekannt, die mithilfe von Spendengeldern das UNICEF-Programm zur Versorgung der Kinder mit Zink in Entwicklungsländern unterstützt. „Zinc Saves Kids“ hatte sich als Ziel gesetzt, in einem Zeitraum von drei Jahren mindestens drei Millionen US-Dollar zu sammeln. Die Initiative richtet sich dabei vorrangig an Mitgliedsfirmen der IZA, den Kundenkreis und die Lieferanten der Zinkindustrie sowie an alle, die in der Zinkindustrie tätig sind.
Inzwischen wurde die Initiative mehrfach verlängert. Messbare Verbesserungen der Gesundheit und damit auch der Lebensperspektive der Kinder konnten nachgewiesen werden.
„Zinc Saves Kids“ hilft unterernährten Kindern in Entwicklungsländern, die in besonderem Maß an Gesundheitsproblemen leiden, die in engem Zusammenhang mit Zinkmangel stehen.

Immunsystem und Alterungsprozesse

Die Ergebnisse der Dissertation „Rekonstruktion des dysregulierten Immunsystems durch Nahrungsergänzung mit Zink“ von Dr. Laura Kahmann legen nahe, dass klinisch gesunde, ältere Menschen von einem frühzeitigen Nachweis eines Zinkmangels und einer darauf abgestimmten Nahrungsergänzung mit Zink profitieren.

Aus vorherigen Studien ist bekannt, dass der Alterungsprozess des Immunsystems unter anderem mit einer leichten chronischen Entzündung im Körper einhergeht. Dieser Zustand lässt sich an einer erhöhten Produktion körpereigener Botenstoffe des Immunsystems nachweisen und scheint eine Hauptursache altersbedingter Erkrankungen wie Demenz, Arteriosklerose und Altersdepression zu sein. Diese Entzündung wird von den betroffenen Menschen zwar nicht wahrgenommen, führt jedoch dazu, dass im Falle einer Infektion keine adäquate Abwehrreaktion mehr möglich ist.

„Insgesamt zeigen meine Ergebnisse, dass der Ausgleich eines Zinkmangels durch eine Nahrungsergänzung mit Zink bei älteren Menschen sowohl eine chronische, leichtgradige Entzündung als auch eine fehlerhafte Reaktion des Körpers auf Entzündungen reduziert. Dadurch werden die Voraussetzungen des Immunsystems, auf eine Infektion adäquat zu reagieren, entscheidend verbessert. Daneben kann die Reaktion auf körpereigene, entartete Zellen und die pathologische Reaktion auf gesunde körpereigene Zellen – wie sie bei Autoimmunerkrankungen vorliegt – korrigiert werden“, so Dr. Kahmann.

Hautschutz und Wundheilung

Als Spurenelement in unserem Körper kommt dem Zink bei allen wichtigen Zellfunktionen eine entscheidende Rolle zu. So ist Zink beispielsweise maßgeblich bei der Wundheilung beziehungsweise der Regeneration der Haut involviert. Auch als äußerlich anzuwendendes Pflegemittel, zum Beispiel als Zinkoxid in Sonnencreme, schützt es vor schädlicher UV-Strahlung. In Salben, Puder und Kosmetikprodukten unterstützt Zink die natürlichen Prozesse der Haut.

Zink bildet einen Schutzmantel für Babys Po: „Die Haut eines Babys ist fünfmal dünner als die von Erwachsenen“, erklärt Professor Hans Merk, Direktor der Hautklinik der RWTH Aachen, „darum neigt sie dazu, schnell auszutrocknen und rissig zu werden.“ Außerdem besitzt Babyhaut nur schwache Abwehrkräfte: Ihre schützende Flora muss sich erst entwickeln, auch ihr Fettgehalt und ihr pH-Wert sind noch nicht optimal ausgebildet. „Babyhaut kann sich deshalb schlechter gegen Bakterien und Pilze wehren“, erläutert der Hautarzt.

„Damit es nicht so weit kommt, sorgen viele Eltern mit einer Wundschutzcreme vor. Doch oft sind sie unsicher, ob die regelmäßige Pflege dem Baby guttut: Führt häufiges Eincremen nicht dazu, dass die Haut noch empfindlicher wird? Merk empfiehlt, regelmäßig nach dem Waschen eine spezielle zinkhaltige Wundschutzpflege dünn aufzutragen. Damit können ein Wundwerden und Reizungen vermieden werden. Entscheidend ist dabei, dass die natürliche Barriere der Säuglingshaut intakt bleibt. Zinkoxid bewirkt, dass Schwellungen der Haut zurückgehen, und fördert die Wundheilung.“ (Quelle: Der Dermatologe, Juni 2005)

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